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10.05.2015

Neu in Quellen: Das Ereignis von Golgatha


In diesem Vortrag, den Rudolf Steiner am 11. April 1909, einem Ostersonntag, in Köln hielt, ging er auf die Maitreya-Legende ein, stellte dar, wie sich die spirituellen Einsichten des Buddha durch das Ereignis von Golgatha veränderten und was dieses Ereignis für die weitere Geschichte der Menschheit bedeutete. Hier stellt er erstmals das Geheimnis der Vervielfältigung der verschiedenen Wesensglieder des Jesus von Nazareth durch den »Christus-Avatar« dar.

»Ein unmittelbarer Gewinn solcher bedeutsamen Zeitsymbole wie das Osterfest ist der, dass es unsere Herzen und Seelen geeigneter macht, um tiefer und tiefer hineinzuschauen in die Menschenrätsel und das Menschenwesen. Und so sei denn noch einmal die gestern vor unserer Seele aufgeleuchtete morgenländische Legende vor unser geistiges Auge hingestellt, jene Legende, von der wir gestern schon ahnen konnten, was sie von diesem Menschenrätsel und Menschenwesen umschließt: die Legende von Kashyapa, dem großen Weisen, dem erleuchteten Schüler Shakyamunis, der alle Weisheit des Orients zusammengefasst hatte mit großem Überblick und einem riesigen Impuls des Wirkens, und von dem mit Recht gesagt wurde, dass alle seine Nachfolger nicht vermochten, auch nur im entferntesten zu bewahren, was er aus Shakyamunis tiefem Brunnen der Weisheit hervorgeholt hatte und als Letzter - aus der Urweltweisheit - der Menschheit gegeben hatte. Und weiter lautet die Legende: Als sich dann dem Kashyapa der Tod nahte und er sein Nirvana herankommen fühlte, ging er in die Höhle eines Berges. Da starb er bewusst und es blieb unverweslich sein Leib, unauffindbar für die äußere Menschheit, auffindbar nur für die, welche durch Initiation reif geworden waren, solche Geheimnisse zu durchdringen. In der Bergeshöhle ruhte nun geheimnisvoll verborgen des Kashyapa unverweslicher Leib. Und vorausgesagt wurde, dass erscheinen würde als neuer großer Verkünder der Urweltweisheit in neuer Gestalt der Maitreya-Buddha, der, wenn er zum Gipfel seines Erdendaseins emporgestiegen sein wird, gehen wird zu der Höhle, wo der Leichnam des Kashyapa ruht. Berühren wird er ihn mit seiner rechten Hand, und ein wunderbares Feuer wird aus dem Universum herabkommen, und der unverwesliche Leib des Kashyapa wird davon ergriffen werden und entrückt werden in die höheren, geistigen Welten.

So erwartet der Morgenländer, der solche Weisheit versteht, das Wiedererscheinen des Maitreya-Buddha und seine Tat an dem unverweslichen Leib des Kashyapa. Werden sie eintreten, diese beiden Ereignisse? Wird erscheinen der Maitreya-Buddha? Wird dann des Kashyapa unverweslicher Überrest entrückt werden durch das wunderbare, himmlische Feuer? - Die tiefe Weisheit, die darinnen ruht, werden wir ahnen können mit unseren wahren Osterempfindungen, wenn wir aufsuchen das wunderbare Feuer, das die Überreste des Kashyapa in sich aufnehmen soll ...«

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